Finanzierung für Schreibende – Crowdfunding

Ein neuer Name, ein neuer Schreibtisch, alles schön und gut, aber eine große Frage wäre da noch: wie genau finanziere ich mich, während mein neues Buch entsteht? Es mag vielleicht verwundern, aber gar nicht so wenige Auto*innen leben von der Unterstützung ihrer Liebsten. Eltern, Partner*in, Geschwister und Freunde die Dich sehr lieben, sehr überzeugt von dem Projekt sind und dann auch noch finanziell in der Lage um Dir finanziell unter die Arme zu greifen. Allerdings gibt es eben auch sehr viele Menschen, die nicht in dieser glücklichen Lage sind, oder einen Weg finden wollen, das ganze Projekt “alleine” auf die Beine zu stellen.

Für diese zweite Gruppe gibt es natürlich auch noch Möglichkeiten, von denen ich einige mal eine vorstellen werde. Vorab kann ich schon einen Teil meines Fazits verraten: Ohne Vorarbeit geht es nicht. Egal welche Quelle Du versuchst anzuzapfen, eine Idee und ein paar Seiten Text müssen schon da sein.

Fluch und Segen unserer Zeit: crowdfund yourself

Die Idee vom Crowdfunding ist mittlerweile vermutlich fast allen bekannt: Ich habe ein Projekt (hier ein Buch) und Frage die Massen mir Geld für die Umsetzung zu geben. Plattformen gibt es mittlerweile recht viele. Von GoFundMe über Kickstarter bis zu Startnext. Die Plattformen haben unterschiedliche Schwerpunkte und unterschiedliche AGBs – auf 100fans oder pubslush geht es zum Beispiel nur um Bücher. Es lohnt sich in jedem Fall, die zahlreichen Plattformen etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Entscheidende Fragen sind:

  1. Wieviel Geld geht an die Plattform?
  2. Wird das Geld nur ausgezahlt, wenn die volle Summe erreicht wird? (Willst du vielleicht auch anfangen, wenn Du nur die Hälfte des Geldes bekommst?)
  3. Wie viele Menschen nutzen die Plattform? (Große Plattformen erreichen viele Menschen, aber es ist schwerer aus der Masse der Projekte herauszustechen)
  4. Erreicht die Plattform Menschen, die ich mit meinem Projekt erreichen will? (Sprache ist für uns Schreibende ein Faktor, aber auch Themen)

Wenn Du Dich dann für eine Plattform entschieden hast, geht die eigentliche Arbeit los: Nimm Dir ein Wochenende oder auch drei und rechne. Wieviel Geld brauchst Du wofür? Wenn Du Deinen potentiellen Geldgeber*innen nicht erklären kannst, wofür Du das Geld haben willst, wirst Du vermutlich auch keines bekommen. Willst Du “nur” Zeit zum Schreiben kaufen um dann ein gutes Manuskript zu haben oder willst Du selbst publizieren? Gerade letzteres muss durchdacht werden. Grafik, Vertrieb, Lektorat, Werbung, Druck, und noch einiges mehr.

Wenn die Summe steht, geht es an die Kampagne und das heißt Werbung. (Zu diesem Zeitpunkt musst Du zum Beispiel entschieden haben, unter welchem Namen Du schreiben willst) Eigenwerbung liegt Dir überhaupt nicht? Dann bietet sich vielleicht eine andere Variante (Stipendien, Schreiben am Wochenende) eher an. Für alle die jetzt noch nicht genervt aufgegeben haben kommt jetzt die Recherche:

Viele Seiten belassen alte Kampagnen online. Starte eine kleine Recherche auf der Plattform Deiner Wahl um herauszufinden, wer das erbeten Geld bekommen hat und wer nicht.

Schritt zwei, passe die erfolgreichen Kampagnen an Dein Projekt an. Auch wenn Schreiben und Recherchieren Deine Steckenpferde sind, mach ein Video, Bilder, gifs. Ohne bunt und Lametta geht hier gar nix. Hier kannst du ruhig ein bisschen mehr produzieren. Nicht nur deine Kampagnen Seite auch deine Social Media Kanäle (facebook, instagramm, twitter) müssen später befüllt werden.

Überlege Dir, was Deine Spender*innen für ihre Spende bekommen. Ein E-book, eine Printversion, eine Lesung in Deinem Wohnzimmer. Staffel die Token Deiner Dankbarkeit: mehr Geld, mehr Dankbarkeit.

Idealerweise hast Du jetzt so viel Material, das im Verlauf der Kampagne auf deiner Seite noch etwas Bewegung ist. Berichte über den Stand der Dinge, ein Sneak Peak, oder ein Blick auf die Autorin an ihrem Frühstückstisch. Alles was nicht langweilig ist und entweder Dich oder Deinen Text erfahrbar macht.

Wenn alles an Deiner Seite perfekt ist, musst du Dir überlegen, wie lange sie online sein soll. Es ist nicht immer so, dass mehr Zeit mehr Geld bedeutet. Wenn der Zeitpunkt meiner Spende und der Zeitpunkt eines zu erwartenden Ergebnisses zu weit auseinander liegen, bin ich weniger gewillt zu zahlen. (Ich steht hier für die Mehrzahl der Geldgeber*innen auf Crowdfunding Seiten).

Ok, jetzt gehts endlich los. Schick die Kampagnen allen deinen Freunde und Bekannten, verlinke sie auf Deinem Blog und Deinem Facebookprofil. Bitte Menschen, Deine Kampagne weiter zu verteilen. Poste sie in passenden Foren, Gruppen und Kommentarspalten. Mit Deiner Fähigkeit die Kampagne bekannt zu machen steht und fällt der Erfolg.

Viel Glück – es ist auf jeden Fall machbar!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s